Schwesterkraft II : 6.11.-7.12.2025

In der Ausstellung Schwesterkraft II begegnen sich die künstlerischen Handschriften der Schwestern Ana-Maria und Marcela Chiriac. In ihrer Unterschiedlichkeit teilen sie ein gemeinsames Fundament: das Bedürfnis, dem Vergänglichen Dauer zu verleihen und den Moment in seiner stillen Intensität zu bewahren.

Ana-Maria richtet ihren Blick auf die Landschaft - auf Orte, die sie selbst durchwandert hat, auf Wege, die sie im wörtlichen wie im übertragenen Sinn gegangen ist. Die neue Werkreihe, entstanden aus den Eindrücken eines Wanderwegs in Imst, den sie vor fünf Jahren zurücklegte, übersetzt persönliche Erinnerungen und fotografische Notizen in malerische Atmosphären. Zwischen Fels, Wasser und Licht entfaltet sich eine stille Lebendigkeit, in der das Erleben des Dabeigewesenseins in eine zeitlose Gegenwart überführt wird.

Marcela konzentriert sich auf das Menschliche: auf Gesichter, Figuren und Blumen. In ihren Arbeiten werden Menschen, Statuen und Pflanzen zu Trägern einer zarten Beständigkeit. Was in der Wirklichkeit der Vergänglichkeit unterliegt, gewinnt in der Malerei Dauer, ohne seine Verletzlichkeit zu verlieren. Ihre Bilder bewahren Nähe und Fragilität und machen das Flüchtige in seiner stillen Präsenz erfahrbar.

Schwesterkraft ist damit mehr als ein gemeinsamer Ausstellungstitel, es versteht sich als Dialog über Erinnerung und Gegenwart, Natur und Mensch. Zwei künstlerische Stimmen treten in Beziehung zueinander - verbunden durch denselben inneren Antrieb, das Flüchtige festzuhalten und darin das Bleibende zu entdecken.