Schwesterkraft I : 18.12.2024-31.01.2025
Schwesterkraft I markiert den Beginn eines gemeinsamen künstlerischen Raums und zugleich den Auftakt eines langfristigen Dialogs zwischen den beiden Schwestern Ana-Maria und Marcela Chiriac. Die Ausstellung ist nicht nur eine Präsentation ihrer Werke, sondern auch die Eröffnung des neu geschaffenen Ausstellungs- und Atelierraums - entstanden aus der Idee, einen ehemaligen Keller in einen Ort für Kunst, Austausch und Arbeit zu verwandeln.
Über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr wurde der Raum gemeinsam mit der Familie renoviert, um ihn Schritt für Schritt in einen offenen, funktionalen und atmosphärischen Ort zu überführen. Diese kollektive Arbeit bildet den unsichtbaren Hintergrund der Ausstellung: ein Raum, der aus Nähe, Ausdauer und Vertrauen entstanden ist und nun als Plattform für künstlerische Prozesse dient.
In Schwesterkraft I werden Werke gezeigt, die über mehr als zehn Jahre hinweg entstanden sind. Viele Arbeiten werden erstmals öffentlich präsentiert und erlauben einen Einblick in die frühen Anfänge ebenso wie in die kontinuierliche Entwicklung der beiden künstlerischen Positionen. Die Ausstellung zeichnet so nicht nur einzelne Werkgruppen nach, sondern macht den jeweiligen Weg der Künstlerinnen sichtbar.
Ana-Maria Chiriac zeigt gegenständliche Malerei, die aus der unmittelbaren Erfahrung von Natur, Raum und Beobachtung hervorgeht. Stillleben, Landschaften und architektonische Fragmente werden nicht dokumentarisch verstanden, sondern als Träger von Atmosphäre und Emotion. Die Malerei wird zum Übersetzungsraum - für Tiefe, Perspektive und Stimmungen, die sich einer rein fotografischen Erfassung entziehen.
Marcela Chiriac widmet sich in ihrer Arbeit dem Menschen, der Figur und der inneren Präsenz. Ihre Werke bewegen sich zwischen genauer Beobachtung und malerischer Verdichtung. Gesichter, Körper und Formen erscheinen als fragile Erscheinungen, die trotz ihrer Verletzlichkeit eine ruhige Beständigkeit ausstrahlen. In der Auseinandersetzung mit klassischen Vorbildern ebenso wie mit zeitgenössischen Fragestellungen entsteht eine Bildsprache, die Nähe zulässt, ohne festzulegen.